Vergleich zwischen aktiv und passiven Fonds zur Abdeckung von Asset-Klassen

Unter „aktiven Investmentfonds“ versteht man Fonds, in denen durch einen Fondsmanager, ein Team oder ein Computerprogramm aktiv Anlageentscheidungen getroffen werden. Der mit Abstand größte Teil der angebotenen Fonds sind „aktiv“. „Passive Investmentfonds“ sind Indexfonds bzw. Exchanged Traded Funds (Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden können), die einen zu Grunde liegenden Index nachbilden und in denen somit keine aktiven Anlageentscheidungen getroffen werden.

Der Anteil der aktiv gemanagten Aktienfonds in den USA, der im Zeitraum 1996 bis 2011 (15 Jahre) unter der Marktrendite lag

Performance-Persistenz: wo stehen die guten Fonds von gestern heute und morgen?

Ein oft gehörtes Werbeargument (auch dafür, keine Indexfonds zu wählen) der Branche ist „Wir konzentrieren uns auf die besten Fonds.“ Dieses Argument unterstellt, dass Outperformance auf Können (und nicht auf Zufall zurückgeht), weil sie dann ja in den Folgeperioden zuverlässig wiederholbar und somit die besten Fonds im Voraus systematisch identifizierbar wären. Ein Auszug aus einer Studie von Standard & Poor’s zeigt, dass von den 25% der Top-Fonds eines Jahres nach 3 Jahren nur mehr weniger als 2% und nach 5 Jahren überhaupt keiner mehr zu den Top-Fonds gezählt hat.

Sie haben einen tollen Fonds entdeckt? Ab wann kann man Können von Zufall unterscheiden?

Nehmen wir an, es wird Ihnen eine Investmentfonds (natürlich wie immer aufgrund seiner guten Vergangenheitsperformance) angeboten oder Sie suchen sich aus diversen Zeitschriften mit Fondsvergleichen einen „guten“ Fonds aus. Nehmen wir weiter an, dass dieser Fonds seine Vergleichsindex durchschnittlich um 2% p.a. geschlagen hat, wobei die Standardabweichung dieser Outperformance 6% betrug. Dieser Fonds müsste 35 Jahre lang diese Outperformance aufweisen, um relativ verlässlich von Fondsmanagement-Können und nicht von Zufall zu sprechen. Wenn die Outperformance mit nur 1% p.a. an. Dann müsste diese 138 Jahre lang erzielt werden, um Können und Zufall dafür verantwortlich zu machen. Erstaunlich lange Zeiträume, die bei weitem die durchschnittliche Dauer (4 – 5 Jahre) übersteigt, für die ein (potentieller Star-)Fondsmanager für einen Fonds verantwortlich ist.

Hedge-Fonds & Private Equity, die sogenannte Königsklasse?

Hedge-Fonds und Private Equity (Beteiligungen an nicht an der Börse notierten Unternehmen) werden von der Finanzbranche oft als Königsklasse gepriesen. Ein weiterer Mythos, denn weder bieten Hedge-Fonds und Private Equity langfristig und nach Kosten bessere Renditen als Aktien, noch sind diese Renditen grundsätzlich immer positiv, noch tragen sie besonders wirksam zur Diversifikation in einem Aktienportfolio bei.

Kennzahlen-Vergleich Hedgefonds mit anderen Asset-Klassen

Anleger- vs. Fondsrendite, ein wichtiger Unterschied

Zeigt schon der Vergleich zwischen Fondsrenditen und Vergleichsindex ein klares Bild, so wird dies noch deutlicher, wenn man die persönliche Rendite des Anlegers mit dem Fonds bzw. in der Folge dem Index vergleicht. Die Differenz zwischen Fonds und Anleger ist auf Fondskosten (die bei aktiv gemanagten Fonds höher sind als bei Indexfonds) und durch ungünstiges Cash-Flow-Timing (z.B. das ständige Wechseln in neue, bessere Fonds) der Anleger (respektive deren Berater) zurückzuführen.

Immobilien als Anlageobjekte: kaufen vs. mieten

In dem Maße, wie Aktienkursen in regelmäßigen Zeitabschnitten mehr oder weniger stark nach unten „korrigieren“, steigen Marketing und Vertriebsbemühungen, Immobilien (selbst genutzt oder als reines Anlageobjekt) als die sinnvolle Alternative anzubieten. Ein korrekter Vergleich zwischen diesen Alternativen ist aufwendig, bringt jedoch interessante Ergebnisse zum Vorschein. “Korrekt“ heißt, dass beide (der Immobilienkäufer und der Kapitalmarkt-Anleger) vom gleichen monatlichen Betrag ausgehen, der „ausgegeben“ wird. Der Anleger zahlt Miete für das Objekt und kauft damit Wertpapiere, der Immobilienkäufer kauft damit die Immobilie (sei es über eine einmalige Belastung oder in Form von Kreditraten). Sollte aufgrund günstiger Zinssätze der monatliche Aufwand des Immobilienkäufers geringer als jener des Wertpapierkäufers sein, muss in einem korrekten Vergleich angenommen werden, dass der Immobilienkäufer in diesem Fall auch (in das gleiche) Wertpapierportfolio wie der Wertpapierkäufer investiert. Wenn man dann noch die tatsächlichen Renditen von Eigenheimen und verschiedenen, im Risiko einigermaßen vergleichbaren Wertpapierportfolios hinterlegt und diese Kalkulationen für verschiedene Einstiegszeitpunkte und somit Laufzeiten anstellt, hat man einen korrekten Vergleich. Man sieht die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital bzw. den Vermögensendwert des Immobilien- und des Wertpapierkäufers.

Untersuchungen auf der Basis historischer Gesamtrenditen von Eigenheimen in Deutschland im Zeitfenster von 1970 bis 2010 (41 Jahre) für fünf verschiedene Investitionsstartzeitpunkte/Laufzeiten zeigten ein doch recht klares Ergebnis:

  • Die Rendite und der Vermögensendwert des Wertpapierkäufers war in allen Fällen höher, wenn man ein Portfolio z.B. aus 50 % Anleihen und 50 % europäischer Aktien oder ein noch breiter gestreutes Portfolio unterstellt.
  • Die Renditevorteile für Wertpapierkäufer waren umso höher, je höher der Kreditanteil des Immobilienkäufers war.
  • Hätte der Immobilienverkäufer die Immobilie im Betrachtungszeitraum mehr als einmal verkauft/verkauft, wäre der Renditevorteil des Wertpapieranlegers noch höher.

Die Liquiditätsnachteil des Immobilienkäufers und die nicht quantifizierbaren Vorteile des „Eigenheimbesitzens“ wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Sehr wohl jedoch, alle Steuern, Kapitalmarktkrisen und die Tatsache, dass die Immobilienpreise in Deutschland im Betrachtungszeitraum 1970 bis 2010 nur um 0,02 % p.a. (und nicht wie von Beratern gerne angenommen 2 % p.a. und mehr) gestiegen sind.